19.08.2010
Neues Notarzteinsatzfahrzeug
Auch Bielefeld hat seine
Notarzteinsatzfahrzeuge von Mittelklasse PKW auf Vans
umgestellt. Nicht erst die neue NEF DIN sondern vor
allem die Alltagserfahrungen der Rettungs-assistenten
und Notärzte bei der Geräteunterbringung haben dazu
geführt, dass durch die Vans mehr Raumvolumen in den
NEF’s geschaffen wurde.
Die ASB DRK JUH Rettungsdienst Bielefeld gGmbH betreibt gemeinsam mit der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Evangelischen Krankenhauses Bielefeld am Krankenhaus Gilead eines von drei Notarztsystemen in Bielefeld. Pro Jahr werden ca. 3300 Einsätze im gesamten Stadtgebiet absolviert. Das neue NEF Konzept hat eine Projektgruppe aus Rettungsassistenten, einem Notarzt und den technisch Verantwortlichen erstellt. Den Ausbau des Fahrzeuges hat WAS realisiert. Als Basisfahrzeug wurde ein Volkswagen T 5 mit 132-kW Bi-TDI Motor, 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb ausgewählt. Der gerade technisch umfassend überarbeitete VW T 5 bot der Projektgruppe mit verschiedenen Fahrerassistenzsystemen wie Abbiegelicht, Sprachsteuerung des Navigationssystems und einem ESP der neuesten Generation den überzeugendsten Auftritt für ein NEF.
Für den Ausbau des
Fahrzeuges wurden die Arbeitsabläufe im Notarztdienst
analysiert und in Versorgungsphasen am Patienten
unterteilt. Auf diese Weise war es möglich die
Medizingeräte und das Verbrauchsmaterial möglichst
ergonomisch im Fahrzeug zu verteilen. Aus dieser
Projektgruppenarbeit ist ein Notarzteinsatzfahrzeug
entstanden, dass sämtliche Medizingeräte für den
„Erstangriff“ am Patienten hinter der rechten Schiebetür
birgt: Notfallrucksack Erwachsene und Notfalltasche für
Kinder, Absaugeinheit, Beatmungseinheit mit Capnografie
und Multiparametermonitor/Defibrillator. Optional können
erweiterte Persönliche Schutzausstattung, Halskrause,
CPAP System und CO Detektor entnommen werden. Über die
Heckklappe ist ein Notfallrucksack mit Material für
invasive Eingriffe, Antidote, Thermo- und Kühlbox sowie
Verbrauchsmaterial zur Wiederbestückung verfügbar. Der
dritte Sitzplatz im Fahrzeug ist über eine linke
Schiebetür zugänglich und wird von Auszubildenden für
den Notarztdienst genutzt. Im Innenraum ist damit auch
der Zugang zum MANV Material und Handfunkgeräten
möglich.
Die Funk- und
Telefonfreisprecheinrichtung inklusive Vorrüstung für
den Digitalfunk runden die Arbeitsbedingungen im Cockpit
ab. Rettungsassistent und Notarzt sind mit je drei
Airbags und vielfältigen passiven Sicherheitselementen
geschützt. Die elektronische Warnanlage ist in der
Stoßstange verbaut und verhindert den Schallzugang über
die Scheiben. Zwei Blaulichtbalken mit LED Technik und
sechs Arbeitsumfeldscheinwerfern und einer
Heckabsicherungsanlage mit gelben LED Blitzern sorgen
für Erkennbarkeit in jeder Einsatzsituation. Und
natürlich hat das „NEF Gilead“ nach den hervorragenden
Erfahrungen in einem RTW auch blaue LED Seitenblitzer im
Kotflügelbereich.
Die ASB DRK JUH
Rettungsdienst Bielefeld gGmbH ist nach ISO 9001:2008
zertifiziert; also wird kein neues Produkt ohne Schulung
in Betrieb genommen. Die 13 Rettungs-assistentinnen und
–assistenten aus dem Notarztdienst haben ein eintägiges
Fahrsicherheitstraining der Verkehrswacht und eine
mehrstündige Einweisung auf ‚ihr‘ neues NEF absolviert
bevor das Fahrzeug heute in Dienst ging.